Der Lebenslauf ist das Kernstück Ihrer Bewerbungsunterlagen. Er wird in seiner Bedeutung nur vom Bewerberprofil erreicht, das sich dem Lebenslauf anschließt.
Ihr Lebenslauf stellt Ihre berufliche Kurzbiografie dar. Einblicke in Ihr privates Leben gestattet er nur, soweit dies für den Beruf bedeutsam ist.
Über Form, Inhalt und Umfang von Lebensläufen wurden bereits Bände verfasst. Für die Praxis sollten Sie sich an der nachfolgenden Beschreibung orientieren.
Umfang:
Beschränken Sie sich tunlichst auf zwei DIN A 4 - Seiten. Sollten Sie eine besonders umfangreiche Berufsbiografie aufweisen, wählen Sie eine kleinere Schrift oder rücken die Zeilen etwas enger. Wenn es gar nicht anders geht, müssen eben drei Seiten her. Entscheidend ist, dass der Leser Ihren Lebenslauf blitzschnell überfliegen und die Informationen aufnehmen kann.
Form:
Sie müssen kein Papier mit Wasserzeichen verwenden, aber Sie können es tun. Schriftart und
–größe entsprechen denen des Anschreibens und des Profils; ein durchgängiges Layout sieht gut aus, unterschiedliche Schriftgrößen und –arten wirken nachlässig und gedankenlos.
Ziehen Sie Antiqua – Schriften mit Serifen (z. B. Times New Roman) den Grotesk – Schriften ohne Serifen (z. B. Arial) vor. Serifen sind die kleinen Häkchen am Ende der Buchstaben. Jedenfalls muss Ihre Schriftart immer leicht zu lesen sein. Verwenden Sie pro Seite maximal zwei unterschiedliche Schriftgrößen. Wenn Sie Textsegmente, also einzelne Wörter durch Fett- oder Kursivdruck hervorheben, tun Sie das bitte sparsam. Wenn Sie im Text zuviele Passagen hervortreten lassen, irritieren Sie den Leser. Hervorhebungen im Text dienen nur dem Zweck, das Auge des Lesers zu steuern und auf die wichtigen Aussagen zu lenken. Sorgen Sie für eine harmonische Abstimmung zwischen Schrift und Layout. Wenn Sie sich unsicher fühlen, weil das Schreiben nicht unbedingt zu Ihren Stärken zählt, legen Sie Ihre Unterlagen einer Person vor, die Erfahrung mit dem Verfassen von Texten hat.
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Verwenden Sie den so genannten tabellarischen Lebenslauf und bauen Sie diesen zweispaltig auf. Dieses Muster hat sich bewährt. In die linke Spalte kommen die Monats- und Jahreszahlen, in die rechte Spalte Ihre beruflichen Stationen.
Ich weiß, dass es Autoren gibt, die geradezu ideologische Grabenkämpfe ausfechten, wenn es um die Gestaltung von Lebensläufen geht. Seien Sie, was die Gestaltung Ihres Lebenslaufes betrifft, weniger kreativ als informativ. Ich sage es immer wieder: Der gestresste Personaler hat wenig Zeit zum Lesen und er will in drei bis fünf Minuten wissen, auf welchen Stapel er Ihre Unterlagen ablegen kann.
Aus diesem Grunde gebe ich auch dem tabellarischen Lebenslauf vor dem sogenannten grafischen Lebenslauf den Vorzug. Im Letzteren finden grafische Elemente wie Kästchen usw. Verwendung. Das kann den Schreiber dazu verführen, kreative Spielchen zu treiben, die der Übersicht aber eher abträglich sind. So etwas sollten Sie lassen. Sie haben nur eine einzige echte Chance, sich von Ihren Mitbewerbern abzuheben: Nämlich eine überlegene Fachkompetenz! Ist die nicht vorhanden, nützen auch die schönsten Unterlagen nichts.
Ich bin auch der Auffassung, dass ein Lebenslauf mit der Geburt beginnt und zu Ihrer aktuellen Berufsstation hinführt. Entsprechend ist er aufzubauen. Ich weiß aber auch, dass es die umgekehrte Möglichkeit gibt. Dann steht am Anfang Ihr gegenwärtiger Job und am Ende die Einschulung. Die erste Variante lässt sich aber besser lesen.
Sie beschränken sich darauf, Ihr Anschreiben mit blauer – nicht schwarzer Tinte – zu unterschreiben und wiederholen Ihre Unterschrift auf dem Lebenslauf nicht. Das wirkt absichernd und bürokratisch. Die Verantwortung für die Richtigkeit des Lebenslaufes übernehmen Sie in jedem Fall auch ohne Unterschrift.
Inhalt:
Die Angaben zu Ihrer Person kommen an den Anfang und umfassen Ihren akademischen Titel (falls vorhanden), Ihren Vor- und Nachnamen, Ihren Geburtstag, den Geburtsort und Ihren Familienstand sowie die Anzahl Ihrer Kinder, falls Sie welche haben.
Nicht in den Lebenslauf gehören das Alter und die Namen Ihrer Kinder; der Beruf, das Lebensalter und der Vorname Ihres Ehegatten. Der Geburtsname einer Bewerberin gehört in keinem Fall in den Lebenslauf, dies ist mittlerweile so altmodisch, dass es schon komisch wirkt. Auch die Firma, in der der Ehegatte beschäftigt ist, wird nicht genannt. All das ist überflüssig, weil privat.
Angaben zur Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis gehören bei Bewerbern ohne deutsche Staatsangehörigkeit in das Anschreiben und nicht in den Lebenslauf. Dort haben diese Informationen nichts zu suchen.
Sie setzen Ihren Lebenslauf mit den Schulstationen fort und nennen Ihre Schulausbildungsabschlüsse. Die sollten Sie im Text durch Fettdruck hervorheben. Sie belegen Ihre Abschlüsse nur dann mit Zeugnissen, wenn Sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben oder ein Jobstarter sind, der noch keine Berufsbiografie aufweist. Wenn Sie aber als Vierzigjähriger Diplom–Ingenieur in Führungsposition Ihr Zwanzig Jahre altes Abi–Zeugnis beilegen, wirkt dies nur seltsam, denn es interessiert keinen Menschen mehr.
Als nächste Punkte kommen Ihre Berufsausbildungsstationen und/oder das Studium nach Fachrichtung, Schwerpunkt und Abschluss.
Danach kommen Ihre Berufsstationen. Bitte schauen Sie vorher unbedingt in Ihren Arbeitsverträgen nach. Dort steht Ihre richtige Jobbezeichnung und nur die gehört in den Lebenslauf und keine Phantasieangaben. Dies ist ein immer wieder anzutreffender Fehler, der von Bewerbern gemacht wird. Wenn Sie z. B. als „Kaufmännische Angestellte“ eingestellt wurden und zur Sekretärin aufgestiegen sind, muss sich dieser Umstand im Lebenslauf niederschlagen. Der Personaler wird nämlich anhand Ihres Lebenslaufes prüfen, ob Sie eine aufsteigende, unterbrochene oder absteigende Entwicklung aufweisen!
Mit den Stationen Ihrer beruflichen Weiterbildung verfahren Sie ebenso.
Bitte achten Sie auch darauf, dass sich keine Fehler bei den Jahresangaben und den Firmenbezeichnungen Ihrer verflossenen Arbeitgeber einschleichen. Auf solche Flüchtigkeitsfehler wird geachtet.
Ein besonderes Detail: Unter jede Station Ihres Werdeganges schreiben Sie fortlaufend Anlage 1, 2, 3 usw. Wählen Sie eine kleinere Schrift. Die gleichen Bezeichnungen drucken Sie nun auf die entsprechenden Anlagen, Zertifikate und Zeugnisse. Auf diese Weise kann der Leser blitzschnell vom Lebenslauf zu den entsprechenden Anlagen blättern und zurück. Dies stellt eine unglaubliche Leseerleichterung dar und wird bei mir seit Jahren in meiner Bewerbungsberatung erfolgreich eingesetzt.
Damit hätten Sie Ihren Lebenslauf fertig gestellt.
Wahrscheinlich werden Sie jetzt etliche Stichworte hier im Lebenslauf vermissen. Wo bleiben beispielsweise Ihre Hobbys ?
Die Antwort dazu finden Sie im nächsten Artikel über das Bewerberprofil.