Die Begriffe vermengen und überschneiden sich hier: Mal ist von Bewerbungsberatung, mal von Berufsberatung, woanders von Coaching die Rede.
Karriereberatung lässt sich trotzdem rasch auf den Punkt bringen: Es handelt sich um eine über einen längeren Zeittraum angelegte Beratung des Klienten mit dem Ziel, diesen in die für ihn optimale berufliche Position zu bringen.
Das praktische Vorgehen sieht im Wesentlichen wie folgt aus
Zunächst findet zwischen dem Berater und dem Klienten ein Vorgespräch statt. Darin wird geklärt, was der Berater leisten kann und was der Klient braucht. Entscheidend ist, dass der Berater keine falschen Erwartungen beim Klienten weckt und seine Tätigkeit nach Umfang aber auch Vergütung für den Klienten klar wird und keine Überraschungen birgt. Klienten befinden sich oftmals in einer schwierigen beruflichen Situation. Auch ihre persönlichen Lebensverhältnisse sind häufig von den Problemen im Job tangiert. Wichtig ist, dass der Berater seine Komptenzen nicht überschätzt und dort berät, wo er es nicht kann, ja nicht einmal darf. Hier kommt der Netzwerkgedanke zum Zuge. Die Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Therapeuten einerseits und einem Fachanwalt für Arbeitsrecht andererseites z.B. bietet die Möglichkeit, den Klienten nach allen Richtungen hin aufzufangen.
Nach Abschluss des Vorgsprächs kommt es zum Vertragsschluss. Wünscht der Klient Bedenkzeit, sollte dem gefolgt werden. Nur dann, wenn sich erkennbar ein Vertrauensverhältnis zwischen beiden Seiten zu bilden beginnt, sollte mit der Beratung fortgefahren werden.
In einem ersten Beratungsschritt erhebt der Berater die Grunddaten, wie Geburtsdatum, Wohnort, Familienverhältnisse usw. des Klienten. Danach wird er dessen Berufsbiografie rekonstruieren, sie visualisieren und die Potentialanalyse durchführen, um das Leistungsprofil zu erstellen. Es ist nicht sinnvoll, sich auf die vorgelegten Arbeitsunterlagen des Klienten zu verlassen. Lebensläufe und Leitungsprofile weisen erfahrungsgemäß viele Lücken und Brüche auf. Hier gilt es manchmal, zeitaufwendige Recherchen durchzuführen.
Zusammen mit dem Klienten muss der Berater Antwort auf die folgen Fragen finden und formulieren.
Woher komme ich? Was kann ich? Was kann ich besonders gut? Wie ist mein Selbstbild und wie mein Fremdbild?
Dass der Berater dabei als Schrittmacher fungiert, liegt auf der Hand. Diese einfach lautenden Fragen sind oftmals schwer zu beantworten. Falsche Weichenstellungen können fatale Folgen haben.
Nicht ungeklärt bleiben darf die familiäre Situation des Klienten. Die Partnereinstellung zur Situation muss deutlich werden und bei der Zielfindung berücksichtigt werden.
Das Kernstück der Beratung stellt die Zielfindungsstrategie dar. Im Wesentlichen sind diese Punkte zu klären:
Die Frage nach den beruflichen und damit verbundenen persönlichen Zielen (Wohin will ich?). Die Alternativen wie Betriebswechsel oder –verbleib, Branchenwechsel oder –verbleib, Parallelumsetzung, Aufstieg, Abstieg, Qualifizierung, Alternativen (Wohin kann ich noch?) sind zu erörtern. Prioritäten, ausgehend von vorhandenen Kompetenzen, vorgetragenen Wünschen und realistischen Umsetzungsmöglichkeiten (Was kommt zuerst in Betracht?), sind festzulegen. Die Zielgruppenverortung und die Problemfeldsuche dort (Für wen bin ich als Problemlöser interesssant?) schließt sich an.
Danach sind die gewonnenen Ergebnisse zügig umzusetzen. Klienten neigen dazu, sich Zeit zu lassen, besonders wenn sie nicht von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Hier sollte der Berater auf das Prinzip „Nicht kleckern sondern klotzen“ achten.
Alle weiteren Maßnahmen müssen ständig überwacht ablaufen. Zu diesem Zweck ist ein Zeitplan zu erstellen. Sämtliche in Betracht kommenden Beratungsmodule werden zeit- und ergebnisorientiert geplant und umgesetzt. Die Ergebnisse sind zu kontrollieren und mit dem Klienten zu besprechen. Der Berater muss auf einen ständigen Erfahrungsaustausch bedacht sein und den Klienten begleiten. Die Kunst der Beratung besteht darin, weitere Schritte fortlaufend zu planen, aber auch auszusetzen, notfalls zu beenden, umzulenken oder zu ersetzen.
Die einzelnen Beratungsmodule sind:
 | Professionelle Präsentation des Klienten als Problemlösungsexperte
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 | Placierung im Internet und den Printmedien
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 | Arbeitszeugnisberatung
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 | Bewerberschreibdienst
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 | Zielgruppenbewerbungskampagnen und Treuhänderdienst
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 | Recherche von Unternehmensberichten
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 | Bewerberinterview trainieren
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 | Farb- und Stilberatung (durch Expertin)
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 | Arbeitsvertragsprüfung (durch RA)
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 | Inplacement-Training (Anti-Mobbing) |
Eine Aussage über die Dauer einer Karriereberatung zu machen ist nicht einfach. Es lässt sich aber sagen, dass Zeiträume bis zu sechs oder auch zwölf Monaten möglich sind.
Autor: Lothar Grüning