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Vorsicht, Fettnäpfchen !

29.08.07 - Höflichkeit ist ein Pläsier, doch weiter kommt man ohne ihr … dieses sowohl uralte als auch falsche Sprichwort sollte man besonders als Bewerber, neuer Mitarbeiter oder überhaupt jedermann tunlichst aus seinem Sprachgebrauch oder Verhalten streichen. Denn die Gefahr, durch unüberlegtes Verhalten einen unauslöschlichen Imageschaden davon zu tragen, droht so ziemlich Jedem im beruflichen Alltag. Besonders angehende Führungskräfte sollten dies beherzigen. Immer wieder weisen Verhaltenstrainer in Seminaren oder Artikeln in Personalfachzeitschriften darauf hin.
Es fängt damit an, seine Kleidung nicht dem Anlass entsprechend auszuwählen. Wer dort Freizeitklamotten trägt, wo Businesslook, gar festlicher Auftritt erwartet wird, hat schon verloren. Besonders dann, wenn auch noch die Presse oder das Fernsehen anwesend sind und über betriebliche Anlässe, Vorgänge, Feiern usw. berichten, hat der noch Glück, der nur vom Vorgesetzten beiseite gezogen wird, um sich dessen mahnende Worte anzuhören.
Es geht weiter mit dem eigenen Sprachgebrauch. Es ist dringend davon abzuraten, sich im dienstlichen Gespräch irgendwelche Flapsigkeiten zu leisten. Sexistische Sprüche, abfälliges Gerede über mangelnde Kompetenzen von Kollegen, gar rassistische Bemerkungen über andere Personen, egal ob es sich bei diesen um Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftspartner handelt, kehren garantiert zum Urheber zurück. Denn über kurz oder lang wird jemand Zeuge dieser Formulierungen, der sie eben nicht witzig findet oder zustimmt. Und selbstverständlich gilt dies nicht nur für das persönliche Gespräch, sondern auch für das Telefonat. Denn wer sagt eigentlich, dass der Kollege, der gerade unter wieherndem Gelächter, den bösen frauenfeindlichen Blondinenwitz richtig gut findet, den Witz anschließend weiter verbreitet und dieser zuletzt beim Vorgesetzten, dem Betriebsrat oder der Frauenbeauftragten landet … Das kann Folgen haben.
Auch schnell geschriebene eMails, Aktenvermerke oder Geschäftspost können für ihren Urheber entlarvend sein. Unklare Kürzel, smilies und hektisch hingeworfenes Geschreibsel weisen den Schreiberling zumindestens als unhöflich aus. Ein Kunde, so bedient, wird sich als lästiger Bittsteller abgestempelt empfinden.
Kurzum: Es kommt wirklich darauf an, als Bewerber, Neuling im Betrieb oder überhaupt, in der entsprechenden Situation aus seinem Herzen eben doch eine Mördergrube zu machen und nicht mit gleicher Münze heimzuzahlen, wenn man sich im betrieblichen Alltag herausgefordert oder überfordert fühlt. Bereits am nächsten Tag kann die Situation für alle Beteiligten ganz anders aussehen. Und dann kommt es darauf an, ob man sich wieder in die Augen sehen kann oder alle Energie aufwenden muss, um die Scherben zusammen zu kehren. Das gilt für alle Beteiligten, egal wo sie in der betrieblichen Hierarchie stehen.
In diesem Sinne
Ihr Lothar Grüning
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