|
|
 |
|
|
 |
 |
 |
|
Telefonisches Bewerbungsgespräch richtig geführt

26.05.08 - Wie man als Bewerberin bzw. Bewerber ein Telefonat mit dem Vertreter des beworbenen Unternehmens richtig führt, scheint für viele Zeitgenossen ein echtes Rätsel zu sein. Das muss leider gesagt werden.
Beide Gesprächspartner gewinnen bereits während des ersten Telefonats bestimmte Eindrücke voneinander. Denn so, wie der Bewerber sich hier verhält, wird er sich garantiert später im Job gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und Kollegen verhalten. Bitte merken Sie sich deshalb: Den ersten Eindruck von Ihnen wird man durch Ihre Bewerbungsmappe erhalten. Folglich muss diese makellos sein. Den zweiten Eindruck bekommt man von Ihnen während des Telefonats. Also dürfen Ihnen auch hier keine Fehler unterlaufen.
Umgekehrt können Sie aus der Art und Weise, in der man mit Ihnen als Bewerber am Telefon redet, etwas über das beworbene Unternehmen lernen. Lässt sich Ihr Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung z. B. erkennbar immer wieder durch andere Personen ablenken, vielleicht sogar, ohne Sie kurz um Entschuldigung zu bitten, können Sie hieraus auf eine geringe Wertschätzung Ihrer Person gegenüber schließen. Das sollten Sie später berücksichtigen.
Im Einzelnen:
- Wenn Sie in Ihrem Bewerbungsanschreiben mitteilen, „dass Sie jederzeit telefonisch erreichbar sind“ müssen Sie damit rechnen, auch zur Unzeit angerufen zu werden. Reagieren Sie dann ungehalten oder nehmen Sie den Hörer nicht ab, sorgt das für Verstimmung beim Anrufer.
- Begrüßen Sie Ihren Gesprächspartner mit „Guten Tag Herr Schmidt“ oder „Guten Tag Frau Dr. Meier“. Sagen Sie nicht „Hallo“ oder ähnliches. Zu den „Unwörtern“ im Bewerbungsverfahren kommen wir später. Wenn Sie den Namen Ihres telefonischen Gegenübers nicht richtig verstanden haben, fragen Sie höflich nach:“ Bitte entschuldigen Sie, könnten Sie Ihren Namen wiederholen, ich habe ihn nicht genau verstanden.“ Haben Sie den Namen nun richtig im Ohr, reden Sie Ihren Gesprächspartner sofort damit an: „Jetzt, Herr Schmidt, habe ich Ihren Namen richtig verstanden. Danke.“ Auf diese Weise wird jede Unklarheit dauerhaft ausgeschlossen. Korrigieren Sie Ihren Gesprächspartner, wenn dieser Ihren Namen falsch ausspricht. Sagen Sie am Telefon nicht, dass eine Verfälschung Ihres Namens nichts ausmache. Damit demonstrieren Sie ein geringes Selbstwertgefühl.
- Sprechen Sie während des ganzen Telefonats in ganzen Sätzen. Sprechen Sie deutlich und vernehmlich. Vermeiden Sie grammatikalische Fehler. Sprechen Sie lebhaft. Nur so zeigen Sie Ihr Interesse an der Bewerbung.
- Nun zu den „Unwörtern im Bewerbungstelefonat“. Auch wenn diese Begriffe in der Alltagssprache vieler Zeitgenossen mittlerweile einen festen Platz einnehmen: In ein Telefonat gehören Sie nicht! Vermeiden Sie folgende Plattitüden und Füllsel: Super, echt super, cool, irre, relativ, irgendwie, extrem, genial, eigentlich, geil. Schlimm ist es, wenn mehrere solcher Begriffe miteinander verknüpft werden: „Also das find` ich jetzt irgendwie total super cool“. Das, was man einem zwanzigjährigen Bewerber noch durchgehen lässt, bringt einen vierzigjährigen Kandidaten für eine Führungsposition direkt ins Verderben. Stoßen Sie auf einen Personaler der alten Schule, haben Sie jetzt den ersten Minuspunkt gesammelt. Besonders dann, wenn Sie sich als Nachwuchsführungskraft bewerben. Im Übrigen: Auch die Personaler der neuen Schule sind wieder konservativ …
- Erzählen Sie am Telefon nichts, was sich im persönlichen Gespräch hinterher als unwahr herausstellen muss. Denn Ihr Gesprächspartner wird sich hintergangen fühlen und Sie werden Ihr Bewerbungsziel nicht erreichen.
- Vermeiden Sie peinliche Gefühlsausbrüche am Telefon. Auch wenn Ihnen wegen Langzeitarbeitslosigkeit berechtigterweise zum Heulen ist, weil Sie bislang ständig Absagen bekommen haben, bleiben Sie in diesem Telefonat ruhig und sachlich. Weil es hier klappen könnte.
- Machen Sie sich Gesprächsnotizen auf einem mit dem PC vorbereiteten Zettel und notieren Sie Namen, Absprachen, Termine, Zusagen. Wiederholen Sie unbedingt Terminabsprachen, um jede Unsicherheit auszuschließen. Und natürlich halten Sie Absprachen ein.
Ärgerlich: Sie werden von dem beworbenen Unternehmen angerufen und anschließend lässt man Sie in einer Warteschleife „verhungern“. Da es nicht Ihre Telefongebühren sind, sollten Sie sich in Geduld üben. Sollten Sie der Anrufer sein und man lässt Sie warten, weil der Kontakt zum namentlich genannten Gesprächspartner nicht zustande kommt, können Sie nach spätestens fünf Minuten auflegen. Rufen Sie später wieder an. Und fragen Sie dann nach erfolgtem Telefonat an, zu welcher Zeit künftig am besten angerufen werden kann.
- Vermeiden Sie unbedingt Hintergrundgespräche im Zimmer, wenn Sie ein Bewerbungstelefonat führen. TV – Geräusche, Kindergeschrei und Hundegebell lenken nicht nur Sie ab, sondern können einen ungeduldigen Gesprächspartner, der unter Zeitdruck mit Ihnen telefoniert, verärgern. Den Schwarzen Peter haben Sie dann.
- Den Inhalt Ihrer schriftlichen Bewerbungsunterlagen müssen Sie im Kopf haben. Nichts ist tödlicher, als wenn Sie erst nachblättern müssen, um eine Frage präzise zu beantworten oder Sie sich bei Ihrer Antwort verheddern:“ Äh, also das weiß ich jetzt nicht so genau … hab` ich das tatsächlich so geschrieben?“ Ihr Gesprächspartner wird sich jetzt fragen, wie ernst Sie die Bewerbung überhaupt nehmen, wenn Sie nicht einmal Ihren eigenen Lebenslauf kennen.
- Sagen Sie „Auf Wiederhören, Frau Schulz!“ und nicht „Tschüß“. So vertraut sind Sie mit dem Unternehmen nach einem ersten Gespräch noch nicht.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
Ihr Lothar Grüning
|
<- Zurück zur Übersicht
| |
|
 |
|
 |
|
 |
|