Als Bewerber stehen Ihnen unterschiedliche Quellen zur Auswahl, aus denen Sie Adressenmaterial für Ihre Bewerbungen gewinnen können.
Grundsätzlich sollten Sie sich nicht bloß auf eine Quelle stützen, sondern alle gleichermaßen nutzen.
Printmedien
An erster Stelle sind immer noch die Printmedien zu nennen. Insbesondere mittelständische Firmen nutzen diese häufig, während große Unternehmen auf das Internet ausweichen.
Bei den Printmedien müssen Sie zwischen lokalen, überregionalen und bundesweiten Zeitungen und Fachzeitschriften unterscheiden. Wenn Sie sich auch im Ausland bewerben wollen, müssen Sie ausländische Medien einbeziehen. Entscheidend ist in jedem Fall, dass Sie Printmedien regelmässig auswerten. Nur so erzielen Sie eine akzeptable Trefferquote und überlassen Kontaktaufnahmen nicht dem Zufall.
Informationen darüber, auf welche Weise Sie Stellenanzeigen richtig auswerten, finden Sie im Beitrag Artikel „Stellenanzeigen richtig lesen“. Die dort beschriebene Vorgehensweise bezieht sich auch auf Stellenanzeigen im Internet.
Ich rate mittlerweile davon ab, als Stellensuchender Stellensuchanzeigen in der Zeitung zu schalten. Zum einen sind die Preise auf eine unzumutbare Weise in die Höhe geschossen und zum anderen ist der Erfolg denkbar gering. Sie werden überwiegend unbefriedigende bis unseriöse Angebote erhalten.
Internet
Wenn Sie über einen PC verfügen, einen Internetanschluss und entsprechende Kenntnisse im Umgang mit beiden, sollten Sie unbedingt auch das Netz für Ihre Recherchearbeit nutzen. In Ihrem Fall, verehrte Leserin, verehrter Leser, liegen diese Voraussetzungen erkennbar vor, denn sonst würden Sie diese Zeilen nicht lesen!
Für die Nutzung des Internet sprechen eine ganze Menge Gründe: Stellenanzeigen verbleiben im Netz wesentlich länger als in den Printmedien. Dort erscheinen Anzeigen in der Regel nur einmal. Bei der Auswahl der Websites sollten Sie sich nicht bloß auf die großen bekannten Jobseiten wie jobpilot.de konzentrieren. Spezielle Seiten, wie www.stellenanzeigen.de oder www.stellenmarkt.de weisen ebenfalls Jobbörsen auf. Auch immer mehr Städte, Gemeinden und Landkreise treten im Internet mit eigener Homepage auf. Dort finden Sie auf den jeweiligen lokalen oder regionalen Stellenmarkt abgestimmte Stellenangebote. Ganz wichtig sind die Websites großer aber auch mittelständischer Unternehmen. Praktisch alle haben dort eine Seite eingerichtet, auf der Jobs angeboten werden. Diese Seiten werden regelmäßig gepflegt und sind daher topaktuell. Auch Berufsverbände und Institutionen wie die Industrie- und Handelskammern bieten ihren Mitgliedern (Firmen) die Möglichkeit, Stellenanzeigen auf ihren websites zu inserieren. Wenn Sie nur über geringe Erfahrungen im Umgang mit Jobbörsen verfügen, geben Sie über eine der bekannten Suchmaschinen wie z. B. Google bestimmte Suchbegriffe ein: „Jobbörse, Jobbörsen“ oder ähnlich. Sie können auch eine Wortkombination verwenden wie „Kfz-Meister“ und dann „Stellenangebote“.
Wenn Ihnen die Betreiber solcher Seiten offerieren, Ihr eigenes anonymisiertes Bewerberprofil kostenlos ins Netz zu stellen, sollten Sie diese Chance unbedingt nutzen. Auf diese Weise erhalten Sie Stellenangebote, die auf Ihr Bewerberprofil zugeschnitten sind.
Sämtliche für Sie interessante Seiten sollten Sie mit einem Lesezeichen (Netscape Browser) versehen oder als Favoriten markieren (Internet Explorer). So finden Sie diese Homepages rasch wieder. Im Zweifel markieren Sie erst, löschen können Sie hinterher immer noch.
Auch das Netz müssen Sie regelmäßig nutzen, um erfolgreich zu sein. Regelmäßig heißt hier, wenigstens zwei- bis dreimal wöchentlich die Seiten zu besuchen und auch Ihr eMail-Fach zu leeren. Werden Sie von einem Unternehmen kontaktiert, liegt es an Ihnen, so rasch wie möglich den Rückkontakt stattfinden zu lassen. Dieser kann per eMail, Postsendung oder Telefonat geschehen. Meistens wird man Sie dazu auffordern, Ihre Unterlagen per eMail zuzusenden. Haben Sie sich bereits mit einer Kurzbewerbung über das Netz beim Unternehmen vorgestellt, wird man jetzt Ihre Vollbewerbung von Ihnen verlangen. Stellen Sie im Zweifel durch einen Telefonanruf beim Unternehmen vorher fest, ob die Übertragungswege im Netz sicher sind. Falls Sie Bedenken haben, können Sie Ihre Unterlagen auch auf eine CD brennen und per Post versenden. Lediglich das Anschreiben drucken Sie aus und fügen es bei.
Initiativbewerbungen
Diese Variante der Jobsuche wird auch als Blindbewerbung bezeichnet. Eine Formulierung, die ich persönlich nicht schätze.
Bei der Initiativbewerbung treten Sie an das Unternehmen heran und stellen sich vor, ohne dass das Unternehmen Sie vorher zu diesem Schritt durch ein Stellenangebot aufgefordert hat.
In vielen Bewerbungsratgebern wird diese Form der Kontaktaufnahme angepriesen wie Sauerbier, weil sie von Vorteilen nur so strotzt: Sie gelten als ein aktiver Bewerber, der nicht bloß abwartet; wenn Sie Glück haben, ist gerade eine Stelle frei, die genau auf Ihr Profil zugeschnitten ist usw..
Die Realität ist hier deutlich ernüchternder. Firmen, namentlich große, werden mit Initiativbewerbungen förmlich überschwemmt. Der Verwaltungsaufwand zur Bewältigung dieser Bewerbungspost ist für die Betriebe enorm und kostenintensiv. Sie müssen deshalb damit rechnen, in vielen Fällen überhaupt keine Antwort zu erhalten.
Meine Empfehlung lautet daher: Gehen Sie hier nicht nach der Schrotschussmethode vor. Nur dann, wenn Sie zuvor schon ein bestimmtes Unternehmen kontaktiert haben und dieses seinerzeit echtes Interesse an Ihnen bewies, aber aus verständlichen Gründen damals absagte, können Sie im Rahmen einer Nachfassaktion nochmals aktiv und somit vorstellig werden. Gleiches gilt, wenn Sie von dritter Seite, den Medien, Bekannten usw. erfahren, dass eine Firma sicher Neueinstellungen vornehmen will.