Ihre Bewerbungsunterlagen beruhen auf jener Visualisierung Ihrer beruflichen und sozialen Entwicklung, die Sie zuvor im Rahmen Ihres Bewerbungsmanagements erarbeitet haben. Das gilt besonders für den Lebenslauf und das Bewerberprofil. Zunächst aber das Anschreiben:
Das Anschreiben
Jede schriftliche Bewerbung wird mit dem Anschreiben eingeleitet. Als Faustregel gilt hier: Ihr Anschreiben soll dem Empfänger sofort klarmachen, worum es überhaupt geht, und dabei Leselust erzeugen.
Formal und inhaltlich gilt deshalb:
Ihr Anschreiben trägt Ihren privaten Briefkopf. Mit einem PC können Sie diesen einfach erzeugen. Ihr Briefkopf enthält Ihren Vor- und Nachnamen, Ihren Titel (Uni oder FH), Ihre komplette Anschrift, Ihre Telefonnummer, auch Ihre Handynummer. Falls Sie eine Faxnummer haben, können Sie diese aufführen. Vermeiden Sie peinliche Spielereien beim Layout. Kontonummern, Sinnsprüche oder Grafiken und Clip Arts aus dem PC haben hier nichts verloren. Drucken Sie den Briefkopf in Schwarz.
Als Schrifttyp für den Textkörper wählen Sie am besten Arial, Times New Roman oder Verdana. Als Schriftgröße nehmen Sie zwischen 10 bis 12 pt. Sorgen Sie so dafür, dass Sie insgesamt nicht über eine DIN A 4 Seite kommen.
Ihr Anschreiben trägt ein Datum.
Die Empfängeradresse baut sich wie das ganze Anschreiben nach der Regel DIN 5008 auf. Sie beinhaltet daher die Anrede mit Herr/Frau, den Titel, Vor- und Nachnamen des Empfängers, darunter das Unternehmen ohne Zusatz „Firma“, Strasse, Hausnummer, Postleitzahl und Ort. Reden Sie den Empfänger in der Adresse nicht mit „Herr/Frau“ an, ist das ein grober Höflichkeitsverstoß.
In die Betreffzeile formulieren Sie beispielsweise:
Ihre Stellenanzeige in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom ..........., Vorstandssekretärin. Es muss klar werden, dass es sich hier um eine Bewerbung handelt. Dazu die Kennzahl oder ähnliche Kürzel, die Sie aus der Stellenanzeige ersehen können. Vergessen Sie das Kürzel, ist das schlecht, denn es zeigt, dass Sie beim Lesen der Anzeige nicht aufgepasst haben.
Die Anrede wiederholt den Titel, Herr/Frau und den Nachnamen des Empfängers. Der Verzicht auf den Titel ist grob unhöflich.
Der Einleitungssatz verdeutlicht dem Leser, dass Sie sich mit seiner Stellenanzeige gründlich auseinandergesetzt haben, d.h. Sie stellen in einem flüssig formulierten Satz fest, dass das beworbene Unternehmen einen neuen Mitarbeiter mit einer ganz bestimmten Fach- und Sozialkompetenz sucht. Schreiben Sie nicht die ganze Stellenanzeige ab, sondern beschränken Sie sich auf dort genannten drei Kernkompetenzen des Bewerberprofils.
Im zweiten Satz schreiben Sie, dass Sie sich auf diese Vakanz hin bewerben, weil Sie die Voraussetzungen dafür gut/sehr gut erfüllen.
Im dritten Satz streichen Sie Ihre viel- oder mehrjährigen Berufserfahrungen heraus, die Sie in bestimmten Branchen bisher gesammelt haben. Sie heben nur Ihre Erfahrungen in Bezug auf die Vakanz hervor ! Verdeutlichen Sie dem Leser, dass Sie als Problemlöser für sein Unternehmen in Betracht kommen. Der Leser wird Sie nur dann Ihre Bewerbung weiterverfolgen, wenn Sie ihn davon überzeugt haben. Machen Sie sich das klar!
Werden Sie in der Stellenanzeige dazu aufgefordert, Ihren Gehaltswunsch anzugeben, nennen Sie Ihr letztes Gehalt p.a.. Verhandeln können Sie später.
Falls Sie den für Sie nächstmöglichen Eintrittstermin nennen sollen, tun Sie das. Schreiben Sie aber nicht, dass Sie sich notfalls eher von Ihrem alten Unternehmen trennen könnten. Dies wirkt negativ. Wenn Sie arbeitslos sind, spielen Sie mit offenen Karten. Ohne Job zu sein, ist bei sieben Millionen Arbeitslosen längst kein gesellschaftlicher Makel mehr. Gibt das Unternehmen einen Eintrittstermin vor, schreiben Sie: Ich kann zu dem von Ihnen genannten Eintrittstermin zur Verfügung stehen. Ist kein Termin vorgegeben, nennen Sie den Ersten des nächsten Monats. Das genügt.
Verzichten Sie auf die Schlussklausel ! Dass Sie für ein Vorstellungsgespräch zur Verfügung stehen und Sie sie über eine entsprechende Einladung freuen, ist sowieso klar.
Verzichten Sie gleichfalls auf jede Vertraulichkeitsklausel. Jedes Unternehmen ist zum Datenschutz verpflichtet.
Verabschieden Sie sich "Mit freundlichen Grüßen" oder "Mit freundlichem Gruß".
Darunter kommt Ihr Vor- und Zuname.
Dazwischen unterschreiben Sie mit Vor- und Zunamen. Verwenden Sie dazu blaue Füllertinte ! Nicht schwarz und keinen Kugelschreiber.
Ein geübter Leser wird Ihr Anschreiben wie folgt checken:
 | Stammt das Anschreiben erkennbar vom Bewerber ?
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 | Wie ist die sprachliche Ausdrucksfähigkeit ?
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 | Ist das Anschreiben klar strukturiert ?
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 | Ist die Selbstdarstellung des Bewerbers angemessen, überzogen oder zurückgenommen ?
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 | Sind Interpunktion, Grammatik und Stil fehlerfrei ?
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 | Sind Anschreiben, Lebenslauf und Bewerberprofil unnötig miteinander vermischt ? |
Wenn Sie später Ihre kompletten Unterlagen „eintüten“, heften Sie das Anschreiben oben an die Bewerbungsmappe. So kann der Empfänger unproblematisch seinen Eingangsstempel draufsetzen.