Ihr Bewerberprofil ist von gleicher Wichtigkeit wie Ihr Lebenslauf. Das Profil übernimmt die Aufgabe, dem Leser Ihr Nutzenangebot zu vermitteln. Sie erinnern sich: Das Unternehmen wird Sie nur dann einstellen, wenn es Sie als Problemlöser begreift!
Auch beim Profil gilt es daher, bestimmte Regeln für Umfang, Form und Inhalt zu berücksichtigen.
Der Umfang:
Je länger Ihre berufliche Biografie ist und je mehr Wissen und Berufserfahrung Sie mitbringen, desto umfangreicher wird Ihr Profil sein. Aber Vorsicht: Ihr Profil ist zielgenau auf die Vakanz ausgerichtet, auf die Sie sich bewerben! Also müssen Sie bestimmte Erfahrungsbereiche hervorheben, andere in den Hintergrund rücken oder manche weglassen. Das hat nichts mit irgendeiner Mauschelei zu tun, denn selbstredend muss auch Ihr Bewerberprofil in allen Einzelheiten wahr sein.
Bemühen Sie sich, Ihr Profil auf zwei DIN A 4 – Seiten unterzubringen. Vorstellbar sind auch drei Seiten. Auf keinen Fall sollte es mehr sein..
Die Form:
Dazu ist das Wichtigste bereits beim Lebenslauf gesagt. Schriftarten, -grössen und das Layout müssen mit dem Anschreiben und dem Lebenslauf übereinstimmen. Jede Abweichung wirkt nachlässig. Verwenden Sie auch hier den zweispaltigen Aufbau. Welche Punkte in die linke Spalte gehören und was in die rechte, lesen Sie weiter unten. Die Überschrift für das Profil heißt „Profil“.
Der Inhalt:
Das Profil ergänzt den Lebenslauf, wiederholt ihn aber nicht. Folgende Punkte finden fortlaufend Aufnahme in der linken Spalte:
• Kenntnisse und Erfahrungen
• Projekte
• Bestimmte Erfolge
• Veröffentlichungen
• Vorträge
• Lehrtätigkeit
• Weiterbildung und Seminare
• Patente
• Mitgliedschaften in Verbänden und Fachgremien
• Verwertbare Kontakte
• Sprachkenntnisse
• EDV-Kenntnisse
• Führerscheine/Lizenzen
• Außerbetriebliche Aktivitäten
In die rechte Spalte schreiben Sie in leserlicher Kurzform konkrete Beispiele, mit denen Sie die links angeordneten Rubriken belegen. Im Einzelnen:
Kenntnisse und Erfahrungen:
Hier beschreiben Sie Ihre Zielgruppenerfahrungen, spezielles Wissen und Können, über das Mitbewerber wahrscheinlich nicht verfügen. Ihre Auslandserfahrungen und Sonderaufgaben gehören ebenfalls in diese Rubrik. Scheuen Sie sich nicht, hier auch besondere persönliche Erfolge herauszustreichen. Zwei bis drei pro Berufsstation genügen.
Projekte:
Hier nennen Sie In- und Auslandsprojekte, die Sie entweder verantwortlich geleitet oder an denen Sie teilgenommen haben. Erwähnen Sie dabei, welche Aufgaben Sie dabei übernommen haben.
Gutachtertätigkeit:
Wenn diese auch noch berufsbezogen ist, kann Ihnen nur noch gratuliert werden. Die meisten Mitbewerber dürften hier kaum mithalten können.
Veröffentlichungen:
Wenn Sie Fachartikel (Sekundärliteratur) oder sogar Bücher (Primärliteratur) verfasst haben, müssen Sie diese aufführen. Da die meisten Bewerber mit solchen Leistungen garantiert nicht glänzen können, wäre es töricht, hierauf zu verzichten. Haben sich andere Autoren mit Ihren Werken zustimmend auseinandergesetzt, sollten Sie darauf hinweisen.
Vorträge:
Gleiches gilt für eine eventuelle Vortragstätigkeit. Nennen Sie das Vortragsthema, Ort, Publikum und schildern Sie die Resonanz.
Lehrtätigkeit:
Wenn Sie einer Lehrtätigkeit nachgehen, geben Sie diese an. Hierzu gehört z. B. auch eine Dozentur an der Volkshochschule. Führen Sie die von Ihnen geleiteten Seminare, Kurse, Lehrgänge und Workshops auf.
Weiterbildung und Seminare:
In diese Rubrik gehören sämtliche Fortbildungsmaßnahmen, an denen Sie selbst teilgenommen haben. Hier muss Ihre persönliche Weiterqualifizierung erkennbar werden.
Patente:
Sollten Sie Patente erworben haben, also Erfinder sein, nennen Sie diese. Aber bitte nur die erteilten Patente. Mit den angemeldeten sollten Sie noch zurückhaltend sein.
Mitgliedschaften in Verbänden und Fachgremien:
Eine berufsbezogene aktive Mitgliedschaft, Funktionen, Verantwortlichkeiten und Erfolge sollten ihren Niederschlag finden.
Verwertbare Geschäftskontakte:
Diese beziehen sich auf das In- und Ausland. Solche Kontakte zu wichtigen Personen, Institutionen und Unternehmen können dem beworbenen Unternehmen höchst willkommen sein und darum Ihre Attraktivität als Bewerber ganz besonders steigern. Das gilt speziell für Außendienstler. Dass diese Kontakte tatsächlich existieren müssen, bedarf keiner Erwähnung.
Sprachkenntnisse:
Nehmen Sie nur die Sprachen auf, die Sie in Wort und Schrift auch beherrschen. Es gibt hier die Abstufungen Grundkenntnisse, verhandlungssichere Beherrschung und fließende Sprache (faktisch Muttersprache).
EDV-Kenntnisse:
PC-Kenntnisse sind für jeden Mitarbeiter eine wichtige Voraussetzung, egal in welcher Branche. Lediglich bei McJobs kann darauf verzichtet werden. Unterscheiden Sie nach Anwender- und Konfigurationskenntnissen. Natürlich müssen Sie Ihre Kenntnisse auch nachweisen können.
Führerscheine/Lizenzen:
Auto, Motorrad, Segelschein, Bootsführerschein, na ja, das ganze Drum und Dran. Achten Sie besonders bei den Autoführerscheinen darauf, die richtige Bezeichnung nach Europarecht zu wählen, die es seit ein paar Jahren gibt.
Außerbetriebliche Aktivitäten:
Früher nannte man das „Hobbies“. Nennen Sie es „Außerbetriebliche Aktivitäten“. Je berufsbezogener diese sind, desto besser für Sie. Bitte sehen Sie von solchen Tätigkeiten wie Spazierengehen, Fernsehen oder Kochen ab. Das ist einfach zu flach. Es sei denn, Sie haben privat die Fertigkeiten eines Zwei – Sterne – Kochs . Wenn Sie gerne Lesen oder Verreisen, geben Sie einen Wink in Bezug auf Lektüre und Reiseziele.
Ganz wichtig: Praktizieren Sie auch beim Abfassen des Profils das „Anlageprinzip“ wie ich es bereits beim Lebenslauf geschildert habe. Sie müssen die in der rechten Spalte aufgeführten Beispiele möglichst mit Zertifikaten belegen. Nicht in jedem Fall, das verbietet der sich sonst ins Uferlose erstreckende Umfang der Bewerbungsmappe. Die wichtigsten Fälle sollten Sie aber schon mit einer Anlaga ausstatten.
Zum Schluss: Natürlich nehmen Sie in die linke Spalte nur die Rubriken auf, die für Sie in Betracht kommen. Haben Sie beispielsweise nie einen Fachartikel veröffentlicht, setzen Sie also nicht in die linke Spalte die Rubrik „Veröffentlichungen“ und machen rechts wahrheitsgemäß einen Strich.
Das Profil wird nicht unterschrieben!